IDUGM53: Wie hätten Sie’s denn gern? Modulares Publizieren mit FrameMaker (mit und ohne XML)

Donnerstag, 27. April 2017 · 18:30–21:30 Uhr
Designschule München

Linktipps

InDesign, Photoshop & Co.

ProDesignTools, unsere Anlaufstelle für nicht mehr ganz aktuelle Adobe-Installationsprogramme, bietet eine wissenswerte Übersicht über Creative-Cloud-Dienste und -Funktionen, die sich auch nach Ablauf des 7-Tage-Testzeitraums nutzen lassen, wenn man beschlossen hat, kein Abonnent zu werden. [en]

Der italienische Anbieter von Publishing-Lösungen rund um InDesign hat auch eine tolle Übersicht, und zwar über jede Menge kostenloser und -pflichtiger, jedenfalls unverzichtbarer InDesign-Scripts, bei denen vermutlich die meisten von uns das eine oder andere wirklich wertvolle Helferlein entdecken. [en]

Ein Druckvorstufen-Blog aus Österreich mit Themen, die in den meisten Anleitungen, Schulungen und Fachbüchern meistens zu kurz kommen – rund um Photoshop, InDesign, Illustrator, Bildbearbeitung, Colormanagement und PDF/X.

Eigentlich wollten wir noch eine Browser-Lösung zur Visualisierung von Regulären Ausdrücken (vulgo GREP) empfehlen, haben aber in der Nachschau festgestellt, dass das wirklich nur für JavaScript gebaut ist und den InDesign-spezifischen Wortschatz leider nicht versteht. [en]

Gestaltung und Typografie

Unser tgm-Kollege Michi Bundscherer      hat einen bayerischen Blindtextgenerator fabriziert – für alle, die das übliche »Lorem ipsum« nicht mehr lesen können …

Alle erdenklichen Papierformate haben zwei Briten zusammengetragen. Schönheit und Nutzen in selten erreichter Höhe … [en]

Die besten kostenlosen Sans-Serif-Schriften

Digitales Leben

Alte Computer sinnvoll spenden

Anderes Leben

Was passiert mit mir, wenn ich wegen schwerster Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage bin, meine Geschicke selbst zu beeinflussen? Die große Unsicherheit und entsprechend geringe Quote bei Organspende und Patientenverfügung wird ja immer wieder von verschiedensten Seiten angegangen. Der Humanistische Pressedienst berichtet über die Idee, die eigene Patientenverfügung im Netz abzulegen und per QR-Code, der auf die allgegenwärtige »Gesundheitskarte« aufgebracht wird, darauf zu verlinken. Das wirft natürlich neue Fragen auf, zum Beispiel nach dem Schutz der eigenen Daten und vor Manipulation des Dokuments. In einem freiheitlichen, säkularen und demokratischen Staat hätte ich da allerdings kaum Bedenken …

InDesign, FrameMaker und das gute XML

Unsere Referentin Ute Mitschke     ist Informationsarchitektin und beschäftigt sich seit 1994 mit der Optimierung von Erstellungsprozessen, der Strukturierung von Informationen sowie der Einführung von CMS und ist Spezialistin für Adobe FrameMaker und Microsoft Office. Sie arbeitet selbstständig als Beraterin und Trainerin und entwickelt XML-basierte Lösungen. Aktuelle Schwerpunktthemen sind Modularisierung, SVG und Meta-Informationen sowie die Verbesserung der Robustheit von Publikationsprozessen durch den Einsatz leicht handhabbarer Add-ons.

Adobe FrameMaker kann als großer Bruder von InDesign angesehen werden, ist aber eher der Techniker als als der Kreative. Besonders für große Publikationen mit komplexen Inhalten oder für Dokumente mit langer Lebensdauer, häufigen Änderungen und vielleicht sogar noch Übersetzungen in mehrere Sprachen ist das Programm geeignet.

Wer sich allerdings wesentlich auf die von InDesign vertrauten typografischen und vorstufenspezifischen Merkmale und Funktionen verlässt, wird in dieser Hinsicht schwer enttäuscht. Dem FrameMaker ist sein beinahe biblisches Alter zumindest noch in der von Ute vorgestellten 2015er Version an allen Ecken und Enden anzumerken – angefangen von der altbackenen Oberfläche (gut, das mag zum Teil daran liegen, dass er nur unter Windows verfügbar ist) bis hin zum fast völligen Fehlen von ICC-Farbmanagement und OpenType-Unterstützung. Wir lassen uns gerne die wichtigsten Dinge noch mal zeigen, sobald Bedienung und Funktionalität etwas besser zu dem Niveau aufgeschlossen haben, das Adobe mit InDesign ja vor 17 Jahren selbst gesetzt hat.

Sehr interessant ist dagegen die Möglichkeit, Inhalte in einzelne Dokumente aufzuteilen und diese in verschiedenen Publikationen wiederzuverwenden. Anders als vom Zusammenspiel InCopy–InDesign gewohnt sind die Module dann selbständige FrameMaker-Dokumente mit gestaltetem Text, Grafik, Tabellen, Fußnoten, Querverweisen und so weiter. Sie können sowohl XML-basiert angelegt wie auch als native FrameMaker-Dokumente gestaltet werden. In einer Publikation werden sie im Textfluss der Kapiteldateien innerhalb eines Buchs oder in Projektdokumenten referenziert eingefügt.

Ziele bei der Modularisierung und beim Aufbau von Publikationen aus Modulen:

  • automatische Anpassung des Modullayouts an das Publikationslayout
  • variable Wiederverwendung von Inhalten in diversen Varianten
  • effektive Aktualisierung von Inhalten für mehrere Ausgabevarianten
  • gleichzeitiges, verteiltes Arbeiten an Inhalten
  • Übersetzung nur von geänderten Inhaltsabschnitten

Das Modularisierungskonzept eignet sich nicht nur ausgezeichnet für die technische Dokumentation, sondern auch zur gleichzeitigen Gestaltung von Katalogen, Prospekten, Imagebroschüren und weiterem Marketingmaterial in der Industrie und bei Fachverlagen – sofern die wie erwähnt stark eingeschränkten typografischen Möglichkeiten nicht ins Gewicht fallen.